The Martian

Dies ist keine Rezension, ich verteile auch keine Sterne. Dies ist Teil meiner kommentierten Leseliste. Das, was mir als erstes durch den Kopf geht, wenn ich das Buch in die Hand nehme. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

geschrieben am 28. Oktober 2026, gelesen Januar 2019

Es gibt Science-Fiction wie „Armageddon“ oder meinetwegen auch „The Core“, die mitunter ansatzweise unterhaltsam ist, aber mit Science so wenig zu tun hat wie der Papst mit künstlicher Verhütung. Und es gibt Science-Fiction, bei der nicht jedes halbwegs wissenschaftsnahe Hirn in suizidaler Absicht den Sprung aus der Schädelkalotte in Angriff nimmt.

„The Martian“ ist ein tolles Beispiel für Science-Fiction der letzteren Gattung. Ja, ich weiß, Neil deGrasse Tyson hat darauf hingewiesen, dass die Stürme auf dem Mars nicht stark genug sind, um eine Fähre umzuwerfen, aber das sei dem Buch und dem Film verziehen. In der Zeit, in der man sich darüber ärgert, haben sich andere Science-Fiction-Geschichten schon zehnmal an den Naturgesetzen versündigt und das mit ein wenig Technobabble notdürftig übertüncht. Unobtainium … also bitte.

Aus diesem Grunde liebe ich sowohl den Film als auch das Buch. Ich weiß gar nicht, wie oft ich den Film bisher gesehen habe.

Unrealistisch war an dem Buch etwas ganz anderes: Glaubt ernsthaft jemand, dass die Leute so viel Geld ausgeben würden, um einen einzelnen Astronauten zu retten? Ich teile das positive Bild, das Andy Weir auf der letzten Seite des Buches von der Menschheit zeichnet, nicht ganz. Auf jeden Fall gäbe es viele Kommentatoren, die sagen würden: „Sinnlos“, „Zu teuer“ und „Schaltet den Funk ab. Haben wir schon mal so geplant.“ Die Planung für die Mondlandung sah für den Notfall nämlich in der Tat vor, den Funk abzuschalten, nachdem der Präsident noch ein paar Worte gesprochen hätte: „[…] AT THE POINT WHEN NASA ENDS COMMUNICATIONS WITH THE MEN:“. Und der Mond liegt in kosmischen Dimensionen eigentlich nur kurz vor der Tür. Allerdings muss man der damaligen NASA zugutehalten, dass eine Rettung technisch schlicht unmöglich gewesen wäre.

Jemanden vom Mars abzuholen ist eben doch etwas teurer, als einen verirrten Wanderer zu suchen. Und die Erfahrung zeigt halt, dass es immer laute Aus-Prinzip-Meckerer gibt. Wobei: Vielleicht wäre es doch ganz einfach gewesen – mit Sponsoraufklebern. „Diese Rettung eines bescheuerten Botanikers wurde Ihnen präsentiert von GekräuselteFußnägel-Energydrinks.“ Immerhin kann man sich mit den Werbeeinnahmen eines Super Bowls durchaus schon ein bisschen Raumfahrtprogramm leisten. Da sollten sich die „mehreren Hundert Millionen“, von denen Mark Watney auf der letzten Seite spricht, doch locker mit einem Spektakel finanzieren lassen, das nicht nur in den USA gesehen wird …

PS: Was im Buch leider ein wenig fehlt, ist die Hintergrundmusik. Ich habe im Kino herzhaft gelacht, als Mark zu ABBAs „Waterloo“ das MAV umgebaut hat. Aber nur kurz … Ich war der einzige Lachende im Kino. Aber wenigstens war es dunkel.

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