geschrieben am 16. Oktober 2026, gelesen Dezember 2017
Es gibt Bilder von Ereignissen, die sich unauslöschlich in mein Gedächtnis eingeprägt haben: die fallenden Türme am 11. September, der zusammengefaltete ICE in Eschede. Und jenes Bild der „major malfunction“ am 28. Januar 1986: das Bild des gerade explodierten Space Shuttles „Challenger“. Die Wolke am Ende des Fluges, aus der heraus die beiden Feststoffraketen unkontrolliert weiterflogen.
Dieses Buch ist eine Sicht von innen. Was damals passiert ist. Die Vorbedingungen dieser Katastrophe. Was danach geschah, technisch wie politisch. Geschrieben von jenem Menschen, der am Vortag nicht unterschreiben wollte, dass für den Flug alles in Ordnung sei.
An vielen Stellen zeichnet sich ein völlig anderes Bild ab als das, das man im Kopf hat, wenn man vorher Gene Kranz’ „Failure Is Not an Option“ gelesen hat (darüber werde ich auch noch schreiben). Der Vergleich der post-Apollo 1-NASA mit dem Kranzschen Diktum des “tough and competent” zu einer Organisation, die in jenem Januar ein Shuttle mit einer Lehrerin an Bord starten lies. Denn das Problem, das zur Katastrophe führte, war durchaus bekannt. Warum es trotz dieses Wissens dazu kam und welche Lehren man daraus ziehen sollte, ist vielleicht die Kernaussage dieses Buches.
PS: Dieses Buch war meine Weihnachtslektüre 2017. Yep, ich habe echt Freude an leichter Weihnachtskost. Ich las das Buch zuerst auf einem Kindle, ich habe mir es dann 2021 als echtes Buch gekauft.
Dies ist keine Rezension, ich verteile auch keine Sterne. Dies ist Teil meiner kommentierten Leseliste. Das, was mir als erstes durch den Kopf geht, wenn ich das Buch in die Hand nehme. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.