Dieses Buch war ebenfalls ein Weihnachtsgeschenk – allerdings eines, das ich mir selbst aussuchte. Ich meine, es war 1993, es kann aber auch schon ein Jahr früher gewesen sein. Ich war mit meinen Eltern unterwegs, um Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Da sie etwas ratlos waren, welches Buch sie mir diesmal schenken sollten, gingen wir einfach in einen Buchladen, und heraus kam dieses Buch. Es dann noch einige Tage nicht lesen zu dürfen, war echte Folter.
Ich halte dieses Buch neben „Jagd auf Roter Oktober“ für Clancys bestes. Danach sackten seine Bücher ab, und der Proamerikanismus wurde deutlich schlimmer. Die nächsten zwei Bücher waren noch ganz akzeptabel, danach habe ich aufgegeben. Das Ryanverse war für mich allerspätestens mit „Executive Orders“ auserzählt.
Dieses Buch allerdings ist einfach großartig geschrieben und spannend. Handlungsstränge werden lange im Voraus angelegt (der Holzstamm wird ziemlich bedeutsam, auch wenn man sich am Anfang fragt: „Häh?“). Tschechows Gewehr gilt eben auch in Büchern – selbst wenn, wie in diesem Fall, der Bogen zwischen dem Zeigen der Waffe und dem Drücken des Abzugs recht weit gespannt ist.
Das Buch von damals habe ich nicht mehr – es ist eines der wenigen Bücher, die mir je abhandengekommen sind. Bei einem Wasserrohrbruch im Keller meiner Wohnung in Oldenburg ist es abgesoffen und konnte leider nicht mehr gerettet werden.
PS: Der Verfilmung nehme ich zwei Dinge ein wenig übel: den doch sehr generischen Titel „Der Anschlag“ und Ben Affleck.