Ich war vor Kurzem wieder mal kurz für Pflegearbeiten auf meinem Facebook-Account. Anscheinend weiß Facebook noch, dass ich gerne Rad fahre.1 Facebook weiß anscheinend auch noch, dass ich eine gewisse Hamburg-Affinität habe. Ich habe daher eine Reihe von Artikeln in meinem Feed gesehen, die sich um Berichterstattung über Unfälle in den Vier- und Marschlanden drehen. Insbesondere um Unfälle auf einer einzelnen Straße.2

Es handelt sich dabei um die Straße, die am Deich der Elbe am nördlichen Ufer entlangläuft. Die Strecke ist wirklich toll. Ich bin sie gerne gefahren, als ich auf dem Rennrad besonders aktiv war. Problem war, dass ich von Lüneburg aus erst mal 25 km hin und 25 km zurückfahren musste. Ich hatte damals wirklich überlegt, in die Gegend zu ziehen. Vielleicht mach ich das irgendwann auch noch.3 Weil die ganzen Marsch- und Vierlande eine tolle Gegend zum Radfahren sind. Man muss sich das so vorstellen: Die Gegend sieht teilweise so aus wie tiefstes Ostfriesland. Flach. Herrlich weiter Blick. Meine Vorliebe für so eine Gegend ist wohl genetisch eingebaut. Die höchste Erhebung ist der Deich. Aber man ist in vielleicht 20 Minuten in der Hamburger Innenstadt. Es ist Hamburger Stadtgebiet. Gerade noch plattes Land, jetzt schon IKEA Moorfleet.

Nur gibt es da ein sehr merkwürdiges Unfallszenario. Rennradfahrer produzieren dort mit sehr hoher Regelmäßigkeit Unfälle, indem sie auf ein Fahrzeug im „stehenden Verkehr“ prallen und sich zum Teil schwer verletzen. Aus irgendeinem Grund knallen diese Radfahrer einfach in das Heck von parkenden Autos. An manchen Wochenenden passiert das nicht nur einmal. Allein 2025 kam es laut ADFC zu 26 Unfällen dieser Art.4 Und auch dieses Jahr gab es mehrere dieser Unfälle, wie sich beim NDR beispielsweise hier und hier nachlesen lässt.

Nun gibt es in Facebook eine Reihe von Pseudo-Nachrichtenkanälen, die in der im Internet mittlerweile leider üblichen „Wahnwitzifizierung“ darüber schreiben. „Wann hört dieser Wahnwitz auf“ oder so ähnlich. Ragebait und Clickbait-Überschriften sind allerdings wohl normales Handwerkszeug der schreibenden Zunft, um überhaupt noch Aufmerksamkeit zu bekommen. Tribut an die moderne Aufmerksamkeitsökonomie, mit der jeder versucht, irgendwie Engagement zu generieren. Seufz.

Das eigentlich Katastrophale ist dann aber die Diskussionskultur, die ihr Gesicht unter solchen Artikeln zeigt.

Aus dem Vorschlag des Hamburger ADFC, ein „Halteverbot am Elbdeich“ einzurichten, wurde in der Diskussion schnell die Behauptung, dass der ADFC ein „Fahrverbot für Autos“ fordert oder bald fordern wird. Das wollte der ADFC allerdings gar nicht. Dennoch wirkte der Vorschlag wie ein Brandbeschleuniger in dieser Diskussion. Ich möchte hier auf zwei Stellungnahmen des ADFC verlinken, zum einen „Unfälle am Deich: Wenn Appelle nichts bringen, müssen Politik & Polizei handeln“, zum anderen „Stellungnahme zur Pressemitteilung Unfälle am Deich“. Die Vorschläge sind allerdings bereits von der Innenbehörde abgelehnt worden.5

Ich möchte da einige Dinge mal erklären.

Die Besonderheit der Situation

Um zu verstehen, was dort passiert, muss man eine Besonderheit der Straße kennen. Wenn man an der Elbe dort spazieren gehen möchte, fährt man an den Rand und stellt das Auto dort ab. Das Auto steht dort also erst einmal auf der Straße. Die Straße ist nicht sehr breit, aber dass das eine mehrere kilometerlange Engstelle ist, wäre auch übertrieben. Mit zwei Pkw kann man sich da sehr gut begegnen, ohne auch nur ansatzweise ins Schwitzen zu geraten.6

Die parkenden Autos können auch kaum woanders hin. Auf der einen Seite ist stellenweise Gehweg, oft aber auch nur einfach die Inlandsseite des Deichs. Auf der anderen Seite geht es erstaunlich weit den weiteren Deich runter. Auf der Straße zu bleiben ist sinnvoll. Auch zum Parken.

Was es noch seltsamer macht: Die Gegend sieht so aus, als wäre sie kurz vor den Toren der Stadt. Man weiß, man ist nahe der Stadt. Aber sie sieht nicht so aus, als wäre man schon in der Stadt Hamburg. Die Straße sieht so aus, als wäre sie außerorts. Und auf einer vorfahrtsberechtigten Straße darf ich außerorts nicht parken. Schon richtig. Nur: Diese Straße ist hinter dem Hamburger Ortsschild. Und damit ist es „innerorts“. Nach diesem Schild kann ich noch fast 29 km diese Deichstraßen entlangfahren, ohne dass es auch nur ansatzweise nach Stadt aussieht. Trotzdem bin ich rechtlich „innerorts“. Und damit darf ich dann auf der Straße parken.7

Und hier entsteht der Konflikt.

Um das mal zu zeigen: Das sieht dann ungefähr so aus wie auf diesem Bild (Google Streetview), am Straßenrand steht ein Auto und parkt. Irgendwo in der Nähe ist dann meist der oder die Fahrerin nebst Begleitung und möglicherweise Hund. Weil die Gegend ist auch für Hunde wirklich schön.8 Manchmal steht das Auto vorbildlich wie hier direkt am Rand, manchmal aber auch etwas weiter in der Straße. Macht aber keinen Unterschied, die Straße ist unter keinen Umständen so weit, dass neben einem geparkten Auto sich noch zwei Autos begegnen können.

Wie entsteht das Problem eigentlich?

Es gibt dazu eine Reihe von Hypothesen, von denen ich zwei für realistisch halte.

Die erste – und einfachere – Hypothese ist, dass die Leute mit gesenktem Kopf möglichst aerodynamisch nur auf ihren Fahrradcomputer gucken und dabei dann übersehen, dass da ein Auto steht. Und ich glaube das sofort. Ich habe Leute mit dem Telephon in der Hand in Laternen laufen sehen. „Goooill – 600 Watt getreten“, und kurze Zeit später trifft der Rettungswagen oder Hubschrauber ein. Zum berechtigten Verdruss der Anwohner, die zur Ersten Hilfe eilen und sich dabei denken: „Schon wieder?“9 Es ist ein Problem. Und daher finde ich Aktionen wie „Kopf Hoch“ auch sehr sinnvoll und notwendig.

Die andere Hypothese ist etwas komplizierter: Im Grunde ist es eine Erweiterung der ersten Hypothese und erklärt vielleicht ein bisschen, warum der Kopf unten bleibt. Die Leute wissen ja haargenau, dass man nach vorne guckt. Warum tun sie es dann nicht? Die Welt prasselt auf uns ein. Durch all unsere Sinnesorgane. Damit unser bewusstes Denken damit zurechtkommt, kommt dort eine vorverarbeitete Version an. So funktionieren optische Täuschungen. Wie ich schrieb, parken die Autos von Spaziergängern mitten auf der Straße. Die Hypothese ist jetzt, dass das Gehirn ein Auto mitten auf der Straße sieht und oft die Nachricht „Da fährt ein Auto auf meiner Straßenseite“ ans bewusste Denken sendet. Da Autos meist schneller sind und man das Heck auf seiner eigenen Straßenseite vor sich hat, sieht das Gehirn keine Gefahr, und im normalen Stadtverkehr stimmt das ja auch. Das Auto bewegt sich ja gedanklich von mir fort. Nur ist halt das Parken an dieser Straße eben kein normaler Stadtverkehr.

Das Gehirn unterdrückt die Gefahr, und das nächste Mal, wenn das Hirn sich damit befasst und bemerkt „Oh, shit, das Auto wird ja größer“, ist es dann höchste Zeit, und abhängig von der Geschwindigkeit kann es dann zu spät sein zu reagieren. Auch das kann ich mir vorstellen.

Dazu kommt noch, dass man beim Rennradfahren oft in den Drops fährt, nach vorne gebeugt. Der Blick ist nicht ständig nach vorne gerichtet, sondern eben auch häufig nach unten. Das ist an sich kein Problem. Nur: Wenn ich auf einem Hollandrad fahre, ist mein Blick ständig nach vorne gewandt. Ich habe viele Gelegenheiten zu merken, dass das Auto steht. Jetzt gucke ich meinetwegen nur alle 5 Sekunden nach vorne. Das wäre ein Extrembeispiel. Wenn ich in den Drops fahre, pflege ich eine Art adaptives Modell …. sehe ich Gefahren, gucke ich ständig nach vorne … Nackenmuskulatur be damned. Und ich weiß durch Gespräche mit anderen Radrennfahrern, dass sie es eigentlich recht ähnlich halten.

Das Argument ist ja auch verständlich. Wenn, so weit ich blicken kann, keine Gefahr besteht, dann ist es keine völlig falsche Annahme, dass sich bei Fahrradgeschwindigkeit in den nächsten 5 Sekunden nichts daran ändern wird. Außerdem muss man als Radfahrer ohnehin sein Augenmerk auf den Straßenbelag haben …. ein Schlagloch, das die Luftfederung des Autos einfach wegschluckt, kann bei einem Rad einen Sturz zur Folge haben. Dann ist da auch noch das ganze Thema Scherben, Kleinstunrat und Ähnliches im Spiel. Ich habe praktisch ständig zwischen dem Scannen der Straße „weit voraus“ und „knapp vor mir“ gewechselt.10

Sehe ich ein Auto 1 Minute vorher am Straßenrand (die Gegend ist wirklich flach), dann habe ich 12 Gelegenheiten, diese Fehlwahrnehmung zu durchbrechen. Fahre ich 30 km/h, sind das 500 Meter. Das ist weit weg. Keine Gefahr. Das ignoriert man im Kopf erst mal. Man kann auch schlecht erkennen, ob sich das Auto bewegt oder steht.

Aber mit jeder Sekunde komme ich dem Auto 8 Meter näher. 40 Meter zwischen den Blicken. Ich denke, realistisch wird das als mögliche Gefahr so 20 Sekunden vorher wahrgenommen. Da verbleiben 4 Blicke bis zur Heckklappe des parkenden Autos, wenn man keine adaptive Blickfrequenz nutzt. 160 Meter. Die Differenzgeschwindigkeit ist dort auch nicht hoch. Man darf als Auto dort nur 50 fahren. Das Auto entfernt sich also nur mit 20 km/h. Ein sehr gut trainierter Radfahrer kann dort mit ein wenig Anschub vom Wind auch locker 40 km/h erreichen. 10 km/h Geschwindigkeitsdifferenz.

Ich halte es für sehr realistisch, dass es hier zur Fehlwahrnehmung kommt, das Auto würde fahren, während es in Wirklichkeit steht. Der Kopf schaltet nicht auf Gefahr, die Blickfrequenz wird nicht angepasst. Es fehlt der Trigger „Gefahr“. Oder er kommt einfach nicht im bewussten Denken an. Nicht absichtlich. Nicht, weil man das nicht wüsste. Der Trigger wird aus irgendeinem Grund ausgefiltert.

Jeder Blick ist nur kurz. Gerade kurz genug, um das bestehende mentale Modell „Da fährt ein Auto“ zu bestätigen, aber bei Weitem nicht genug, um das mentale Modell „Da fährt ein Auto“ zu durchbrechen und durch „DA STEHT EIN AUTO!!!“ zu ersetzen. Auf dem Hollandrad starrt man eigentlich die ganze Zeit direkt nach vorne, und das Modell hat in Ruhe Zeit, sich zu entwickeln; es kommt nicht so darauf an, dass man öfter schaut, sondern dass man länger schaut.

Man muss dazu aber auch sagen, dass die 4 Blicke so gut wie immer völlig ausreichen. Aber manchmal eben auch nicht. Und das endet dann in der Zeitung.

Universelles Problem

Das Problem ist übrigens auch technisch nicht einfach zu lösen. Als ich das erste Mal von diesem Problem las, dachte ich in der ersten Sekunde „Naja, es gibt Radarrücklichter, die mich vor Autos von hinten warnen. Sowas nach vorne wäre praktisch“. Denkt man dann allerdings eine zweite Sekunde nach, fällt auf, dass ein Radarrücklicht zur Erkennung von sich gefährlich von hinten nähernden Fahrzeugen und ein Frontlicht zur Erkennung eines baldigen Einschlags in eine Heckscheibe eines stehenden Fahrzeugs zwei völlig unterschiedliche Probleme sind.

Ein Radarrücklicht hat eine ziemlich einfache Aufgabe. Es gibt Objekte im Radarsignal, die sich relativ zu mir bewegen, und solche, die relativ zu mir stehen bleiben. Dazu kann ich erst mal alles ausfiltern, was sich mit der gleichen Geschwindigkeit von mir nach hinten wegbewegt, mit der ich mich nach vorne bewege. Offensichtlich stehen diese Objekte still. Damit habe ich die ganze statische Welt um mich herum auf einen Schlag herausgefiltert. In den Restsignalen filtere ich heraus, was sich von mir schneller wegbewegt, als ich mich nach vorne bewege. Diese Fahrzeuge fahren offensichtlich mir entgegengesetzt und sind schon hinter mir, also keine Gefahr. Alles, was sich im Signal scheinbar nicht bewegt, fährt mit der gleichen Geschwindigkeit wie ich, ist erst mal keine Gefahr, aber des Merkens würdig. Der Rest der Signale sind dann Fahrzeuge, die sich auf mich zu bewegen und eine Gefahr darstellen.

Ein stehendes Auto auf einer Straße vor mir zu erkennen ist ein ganz anderes Problem. Es bewegt sich genauso wie die sonstige Umwelt (ein Laternenmast) mit der gleichen Geschwindigkeit auf mich zu, mit der ich selbst fahre. Obiger Mechanismus würde das stehende Auto einfach ausfiltern. Nicht ausfiltern geht auch nicht, weil es viele stehende Objekte um mich herum gibt. Ein solches Licht müsste die Entscheidung treffen, welches Objekt gefährlich ist und welches nicht. Es muss aus dem Kontext heraus entscheiden: Beispielsweise, ist das Objekt auf der Straße oder neben der Straße? Sicherlich ist das lösbar, Notbremsassistenten sind ein Beispiel dafür.

Und selbst die hatten und haben ihre Probleme. Meine Einfahrt kann ich momentan nur mit 2 km/h befahren. Mein Notbremsassistent löst reproduzierbar an einer Stelle aus, und kein Heckenschnitt konnte das Problem beseitigen. Ich lasse Fahrgäste mittlerweile vorher aussteigen, weil die Vollbremsung doch sehr rabiat ist. Das Problem technisch innerhalb eines sinnvollen Kosten-, Gewichts- und Stromverbrauchsbudgets mit einer niedrigen False-Positive-Rate für ein Fahrrad zu lösen, dürfte enorm schwierig werden.

Gleichzeitig zeigt die reine Existenz des Notbremsassistenten, dass Aussagen wie „Sollen die Rennradfahrer doch besser aufpassen, dann passiert nichts!“ eine zu einfache Antwort auf ein komplexes Problem sind. Bei perfekter Aufmerksamkeit und steter korrekter Einschätzung der Situation bräuchte es keine Notbremsassistenten. Dass es sie dennoch gibt und sie seit 2024 für neue Autos vorgeschrieben sind, sagt mir, dass man mit Fehlern umgehen und akzeptieren muss, dass sie passieren.

Wenn aber schon eine Elektronik mit ihrer ungebrochenen Aufmerksamkeit und genauen Sensoren Schwierigkeiten hat, dieses Problem zu lösen, dann hat der Mensch mit all seinen Sinneswahrnehmungen und -täuschungen ein deutlich größeres Problem, diese Situation zu vermeiden. Und selbst die Elektronik mag ständig alles im Blick haben, unfehlbar ist sie nicht.

Mensch und Technik gemein ist, dass Grundlage all dieser Lösungen ist, die Welt zu filtern, um sie zu verstehen und letztlich zu reagieren. Filtert man richtig, passiert nichts. Filtert man zum falschen Moment etwas Wichtiges aus, passieren halt Unfälle. Mensch und Technik brauchen diese Filter, und die Justage ist das größte Problem. Filtere ich zu wenig aus, komme ich nicht über die Kreuzung, und mein Auto macht an der Hecke eine Vollbremsung; filtere ich zu viel, übersehe ich etwas. Das stehende Auto. Oder den querenden Fußgänger.

Du magst denken: „Ja, ich fahre jeden Tag an wer weiß wie vielen auf der Straße parkenden Autos vorbei“, und das ist sicherlich richtig. Aber in einer Wohnstraße erwartet man das, der Filter ist anders justiert. Deutlich feiner, weil man jederzeit ein Kind erwartet, das zwischen den Autos hindurchläuft. Auf einer Deichstraße, an der zwei Pkw sich problemlos begegnen können, wenn kein Auto am Rand parkt, und keine Wohnbebauung sichtbar ist, erwartet man das nicht. Der mentale Filter ist im „jwd-Landstraßenmodus“. Und das innerorts – ihr erinnert euch.

Und auf der anderen Seite fahren Autos auf Stauenden auf, gibt es Auffahrunfälle in Staus, werden von parkenden Autos Spiegel abgefahren. Es klappt meistens, aber eben nicht immer. Das ist beim Rennradfahrer nicht anders als beim Autofahrer.

Rennradfahrer sind keine Monster

Ich habe jetzt eine ganze Zeit darüber gesprochen, warum ich glaube, dass dieses Problem entsteht und dass es eine Notwendigkeit des menschlichen Wesens und seiner Fehleranfälligkeit ist, egal wie der Mensch sich fortbewegt.

Was mich aber wirklich stört, ist die Diskussionskultur. Ich habe manchmal in dieser Diskussion den Eindruck, dass die nichtrennradfahrende Bevölkerung uns für narzisstische Egomanen hält, die auf nichts Rücksicht nehmen und denen es egal ist, wenn sie ein Kind anfahren.11 Ich kann sagen: Es gibt mit Sicherheit narzisstische Egomanen unter diesen. Ungefähr in der gleichen Häufigkeit wie in der normalen Bevölkerung.

Aber: Selbst wenn man annimmt, dass Rennradfahrer egoistische Narzissten sind: Kein Rennradfahrer stürzt gerne mit dem Rad. Aus purem Eigeninteresse. Weil es weh tut. Sehr weh tut. Weil es, wenn man Pech hat, für Wochen bis Monate vom Rad holt. Straße eitert ganz schlecht raus, wenn man sich erst mal Rollsplitt in die Haut gezogen hat. Been there. Done that.

Ich weiß nicht, woran es liegt, dass ausgerechnet die Rennradfahrer dazu auserkoren sind, in dieser Diskussion den Blofeld zu geben. Ist der MAMIL12 oder die MAWIL, der bzw. die den Autofahrern den mal mehr, mal weniger wohlgeformten13 Hintern in Lycra auf dem Sattel entgegenstreckt, so etwas wie ein ausgestreckter Mittelfinger für andere Verkehrsteilnehmer? Ich weiß es wirklich nicht.

Oder versaut es eine kleine Gruppe egomaner, rennradfahrender Idioten für uns alle? Der ich nur noch nicht in dieser Intensität über den Weg gelaufen bin? Für die ich aber trotzdem in Kollektivhaftung genommen werde?

Gift und Galle

Es ist dann auch wirklich Gift und Galle, die in diesen Kommentarspalten zutage kommt. Gehasst und angespien. Unter einem Verbot für Rennradfahrer für öffentliche Straßen geht da gar nichts. „Das ist ein Sport!“ …. „Die sollen auf abgesperrte Kurse gehen und im Kreis fahren“ … „Alles Idioten.“ … „Letztens hat mich so ein A… fast umgefahren“ … „Was bilden sich diese Rennradfahrer ein, wie Herr Ullrich14 in ihren Strampelanzügen durch die Gegend fahren“

Aber man darf doch gar keinen Sport auf der Straße betreiben?

Es ist ein immer wieder gern gehörtes Argument in diesen Diskussionen. Rennräder sind Sportgeräte. Die sind nicht mal straßenzugelassen. Sport darf man nicht auf der Straße betreiben. § 31 StVO wird dann hervorgeholt! Hähä. Schachmatt. Runter von der Straße! Äh. Nein. Wie immer ist die Welt etwas komplizierter. Es gibt in der Tat diesen Paragraphen. „Sport und Spiel auf der Fahrbahn, den Seitenstreifen und auf Radwegen sind nicht erlaubt.“ Es gibt nur ein Problem damit: Rennradfahren ist kein Sport im Sinne von § 31 der StVO. Ein Rennrad ist aus Sicht der StVZO auch kein Sportgerät wie ein Ball oder ein Springseil. Hier hilft dann § 63a StVZO: „Ein Fahrrad ist ein Fahrzeug….“. Ein Rennrad ist ein Fahrrad, also ist ein Rennrad ein Fahrzeug. Und das Benutzen des Fahrzeugs ist kein Sport, sondern Fortbewegung.

Der Paragraf § 31 ist dafür gedacht, dass auf Straßen, die dafür nicht explizit vorgesehen sind („Spielstraßen“), nicht Fußball gespielt oder meinetwegen Seil gehüpft wird. Und selbst das ist nicht so eindeutig: In Ostfriesland wird auf Straßen geboßelt, und das wird nicht von der Polizei sofort unterbunden. Un nu?

Eine öffentliche Straße, die dem Allgemeingebrauch für alle Fahrzeuge gewidmet ist (und um eine solche handelt es sich zweifelsohne bei der Straße am Elbdeich), darf von Fahrzeugen uneingeschränkt und bestimmungsgemäß zum Zweck der Fortbewegung genutzt werden. Eine Straße kann auch in einer Art und Weise gewidmet sein, die nicht dem Allgemeingebrauch dient – eine Autobahn beispielsweise. Da darf ich nicht mit dem Rad drauf. Und keiner will auf der A1 mit dem Rad fahren. Oder als anderes Beispiel der Radweg: Da darf ich nicht mit dem Auto rauf, auch wenn ich zuweilen bemerke, dass sich Autofahrer nicht sonderlich darum scheren, sofern keine Abgrenzung vorhanden ist, die das Auto hinreichend beschädigt (da scheint es dann doch Hemmungen zu geben).

Mein Rennrad ist ein Fahrrad, ist ein Fahrzeug auf einer öffentlichen Straße, auf der ich mich offensichtlich fortbewege. Damit benutze ich die Straße bestimmungsgemäß und habe ein Recht, die Straße zu benutzen, unter Einhaltung der Pflichten als Verkehrsteilnehmer und mit den Rechten eines Verkehrsteilnehmers.

Relevant ist hier, dass ich mich fortbewege. Wenn ich einarmiges Stahlradstemmen auf der Straße veranstalte, ist das offensichtlich nicht gedeckt, da es keine Fortbewegung ist, auch wenn das gestemmte Gut zweifelsohne ein Fahrzeug ist.

Dass die Fortbewegung der sportlichen Ertüchtigung dient, ist ein Motiv für die Fortbewegung, aber danach fragt das Gesetz nicht. Wir sind wemauchimmerseidank nicht in einem Staat, in dem ich mich erklären müsste, warum ich von A nach B fahre – auch wenn A und B möglicherweise der gleiche Ort sind.

Einem Polizisten, der mich beim Rad- oder Autofahren fragen würde, warum ich nach B fahre, würde ich sicherlich entgegnen, dass ihn das nichts angeht. Jemandem zu verbieten, sich ohne Grund fortzubewegen, würde aber darauf hinauslaufen, dass ich der Polizistin sagen müsste, wohin ich fahre (was stimmen mag oder auch nicht), um mich nicht dem Verdacht der Fahrt ohne Ziel auszusetzen. Da sind wir dann wirklich weit über die Grenzen meines Grundrechtsverständnisses hinaus (siehe Art. 2 Abs. 1 Grundgesetz). Eine solche Verordnung wäre mithin undurchsetzbar. Und eine undurchsetzbare Verordnung kann ich mir sparen.

Würde man der Argumentation „Rennrad = Sport = nicht erlaubt“ folgen, dürfte ich auch auf einem Gehweg keinen Spaziergang machen, da dieser der Ertüchtigung dient und nicht dem Zweck einer Zielerreichung – spätestens dann, wenn man zum Überqueren eine Straße betritt, denn dann ist man vom Gehweg (auf dem das erlaubt ist) auf die Straße (auf der das nach der Lesart nicht erlaubt wäre, da es sich um Sport handelt) getreten. Eine Radtour auf dem Touren-E-Bike durch die unzweifelhaft schönen Vierlande wäre ebenso wenig erlaubt, weil sie ja nicht einer Zielerreichung dient, sondern dem persönlichen Erfreuen an den Schönheiten dieses Teils von Hamburg.

Wobei … obacht! Rennradfahren im Pulk (und damit meine ich hoch zweistellig und beginnend dreistellig) ist eine Sportveranstaltung, und die ist wiederum genehmigungspflichtig, wenn sie auf öffentlichen Straßen stattfindet. Aber die Unfälle passierten nicht in solchen Pulks. Und ich rede nicht von solchen Veranstaltungen. Es waren Einzelfahrer oder sehr kleine Gruppen.

Und das immer wieder gehasste Nebeneinanderfahren? Ist rechtlich einwandfrei. Denn die StVO führt in § 2 Abs. 4 Satz 2 aus: „Mit Fahrrädern darf nebeneinander gefahren werden, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird; anderenfalls muss einzeln hintereinander gefahren werden“.

Behindert heißt hier nicht „existieren im selben Raumzeit-Kontinuum auf der Straße“ oder „ich musste bremsen“, sondern beispielsweise „man kann sie aufgrund der Enge der Straße nicht überholen“. Und § 2715 im gleichen Gesetz gibt vor, dass ich mit mehr als 15 Radfahrern (also ab 16) einen Verband bilden kann. Für den gilt dann die Einschränkung hinsichtlich Behinderungen nicht. Das Nebeneinanderfahren hängt dann nicht mehr an der Behinderungsfrage, der Verband gilt als ein Fahrzeug. So wie ein Leichenzug.

Im Übrigen gibt es einen guten Grund für das Nebeneinanderfahren. Es ist weder Trotz noch „Mir doch egal“. Es verhindert recht zuverlässig das Vorbeiquetschen, wenn sich zwei Autos begegnen. Und damit ist es potenziell sicherer für die Radfahrer.

Und das Argument mit dem „die sind ja gar nicht für die Straße zugelassen, diese Rennräder“? Man könnte jetzt spitzfindig sagen: warum auch, es gibt keine Zulassung für Fahrräder. Ich weiß aber, worauf die Leute hinauswollen. Es sind die Ausstattungsanforderungen der StVZO: Glocke, zwei unabhängige Bremsen, Beleuchtung und Rückstrahler. Ich bin mir sicher, dass zumindest die Rückstrahler oft bei Rennrädern fehlen. Der Punkt ist: Das Fehlen macht aus dem Rennrad kein Sportgerät, es bleibt ein Fahrzeug, dem vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen fehlen. Dafür kann man sich zwar ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einfangen, aber man verliert dadurch keine Rechte.

Und jetzt mal ernsthaft: Gehen wir mal davon aus, dass das Rad nichts hat außer einem Satz Bremsen. Ließe sich ein parkendes Auto durch eine Klingel beeindrucken, verschwände der Wagen, wenn Reflektoren … ääh … reflektieren. Das alles hat mit dem Unfallmodus in den Vierlanden nichts zu tun.

Alles verbieten

Ich stehe besonders der Forderung nach Verboten sehr negativ gegenüber. Rennradfahrer haben genauso wie jeder andere Verkehrsteilnehmer das Recht, diese Straße zu nutzen, auch in der von ihnen gewünschten Geschwindigkeit. Solange – und das ist die wichtige Einschränkung – sie sich an § 1 der StVO halten. Gleiches gilt für Autofahrer. Jeder, der irgendeiner anderen Gruppe etwas verbieten will, sollte sich darüber im Klaren sein, wie rutschig diese schiefe Ebene werden kann.

Aus meiner Sicht sind Gesetze dafür da, nicht blind einer Gruppe etwas zu verbieten, um einer anderen Gruppe das Leben einfach zu machen oder Dinge aus der Welt zu schaffen, die eine Gruppe nicht mag. Sie sind dazu da, das Zusammenleben zu ordnen. Und wenn man schon Regeln dafür einführen will, über das hinaus, was wir schon haben, sollte der Maßstab eben nicht Verbot sein, sondern zu gucken: Gibt es einen Weg, mit dem beide glücklich sind? Kompromiss. Etwas, mit dem beide Seiten leben können. Weder reine Autostraße noch reiner überdimensionierter Radweg. Etwas dazwischen. Aber manche Menschen lieben es, im Kokon der eigenen Rechte zu leben, wenn Verbote nur andere Menschen betreffen. Das ist etwas, was ich leider sehr oft in den Kommentarspalten der sozialen Netzwerke erlebe, wenn ich sie dann mal benutze.

Zweierlei Maß

Was mich an diesen Diskussionen ein wenig nervt, ist das unterschiedliche Maß, mit dem die Situation betrachtet wird. Und das ist vielleicht das Erste, was wir in dieser Diskussion vom Tisch nehmen müssen. Es gibt dort häufig den Anwurf, die Radfahrer würden viel zu schnell fahren, sie wären unaufmerksam und würden rumpöbeln, wenn man sie auf ihre Fehler aufmerksam macht. Die Frage, die ich mir dabei stelle, ist dann: Und wo genau unterscheidet sich das nun vom heutigen Straßenverkehr zu Fuß oder mit dem Auto?

Das soll jetzt kein tu quoque werden … sozusagen das ad hominem über Bande gespielt. Rennradfahrer sind nicht unschuldig, weil andere es ja auch machen. Ein ganzes Auto zu übersehen, ist zwar erklärbar, bleibt aber trotzdem ein unnötiger Unfall. Aber alle Verkehrsteilnehmer sollten auch sich selbst angucken, ob es nicht eine gemeinsame Fehlerursache, den Root Cause, gibt, die allgemein zu den Unfällen führt.

Kurz bevor ich mich an einer solchen Diskussion auf Facebook beteiligte, war in Hamburg die Speedweek. Flächendeckende Tempokontrollen. In einer Woche gab es in Hamburg 4000 Tempoverstöße. Aha, Rennradfahrer fahren viel zu schnell. Okay. Ist ne Sichtweise.

Es gibt bei der Polizei eine Statistik zu den Unfällen in Hamburg: https://www.polizei.hamburg/resource/blob/1148740/8e2d9dd3f040948c76ffcdfd72434d45/vksb-handout-do-data.pdf. Ich muss hier ein paar Annahmen treffen, und an dieser Stelle hakt es möglicherweise. Auffahrunfälle sind so ein klassischer Unaufmerksamkeitsunfall. Diese sind meines Wissens in der Statistik unter „Geschwindigkeit und Abstand“. Man hält aus Unaufmerksamkeit den Sicherheitsabstand nicht ein. Man guckt nicht auf die Straße. Sieht das vorher fahrende Auto nicht halten. Um sich mal zu vergegenwärtigen, was allein auf Hamburger Straßen jeden Tag los ist: 64.310 Unfälle im Jahr. 176 Unfälle jeden Tag, die der Polizei gemeldet werden. Parkrempler, die mit Austausch der Kontaktdaten, aber ohne blau-weiße Unterstützung geregelt werden, sind da noch nicht mal drin. 15 % der gemeldeten Unfälle sind aus jenem Bereich „Geschwindigkeit und Abstand“. Auch das ist eine ganze Menge. 9646 Unfälle. 26 pro Tag. Ich möchte hier einmal die Behauptung aufstellen, dass viele dieser Fahrer nicht auf ihren Bordcomputer geguckt haben, sondern schlicht auf ihr Mobiltelephon. Aha, Rennradfahrer fahren also unaufmerksam. Okay. Ist eine Sichtweise.

Und wie häufig ich schon Ein-Finger-Salute und andere unfreundliche Unmutsbekundungen von Autofahrern gesehen habe, wenn ich auf einer Straße fuhr, auf der ich definitiv fahren durfte (und auch nirgends anders fahren konnte) … ich glaub, die Zahl ist zweistellig. Anfangs habe ich mich noch drüber aufgeregt. Heute akzeptiere ich es als Mobilitätsnormalität. Gestern erst habe ich beim Spaziergang mit dem Hund einen Autofahrer beobachtet, der jemanden angepöbelt hat, weil dieser nicht weit genug vorgefahren ist beim Abbiegen.16 Aha. Rennradfahrer pöbeln also rum. Okay. Ist eine Sichtweise.

Worauf ich hinaus will, und da bin ich bei der gemeinsamen Komponente, dem Root Cause: Ich sehe einen zunehmenden Verfall der Fähigkeit in allen Kategorien der Verkehrsteilnahme, sich partnerschaftlich zu verhalten. Es scheint nur aus einem Grund die Kritik auf Rennradfahrer zu konzentrieren. Und das ist die eigentliche Frage: Warum fällt das bei Rennradfahrern besonders auf, warum stehen diese besonders in der Kritik, warum will man gerade diesen mit Verboten an ihr Hobby, wenn die gleichen Phänomene flächendeckend überall zu finden sind? Und da sind wir aus meiner Sicht bei einer Wahrnehmungsverzerrung.

Auf der anderen Seite ist es auch nur eine Untergruppe von Autofahrern, die wirklich „fahrradfahrergefährdend“ fahren, bei denen gefährliche Situationen nicht mehr wie Fehler wirken. Ich sehe sehr viele Autofahrer, die mit reichlich Abstand an mir vorbeifahren. Ich sehe sehr viele Autofahrer, die mir auch als Radfahrer die Vorfahrt lassen, wo sie mir zusteht, und mich nicht einfach übersehen. Das Feindbild, das Radfahrer von Autofahrern haben, geht meines Erachtens ebenso am Thema vorbei. Es sind auch nur Menschen, die Fehler machen.

Der oder die böse, böse Rennradfahrer/in

Warum aber entlädt sich der Zorn bei den Rennradfahrern? Ich glaube, dass sich hier eine Art Feindbild aufgebaut hat. Es geht ja nicht mal um alle Radfahrer. Fährt jemand auf seinem oder ihrem Riese & Müller-Rollsofa17 durch die Gegend, scheint das irgendwie okay zu sein. Nein, es geht hier in diesem Feindbild rein um Rennradfahrer und vielleicht noch um Mountainbikefahrer. Man hört in solchen Diskussionen dann häufig „Aber mich hätte beinahe ein Rennradfahrer über den Haufen gefahren“ oder „Ich habe einen Rennradfahrer durch eine Unfallstelle fahren sehen“.

Zunächst einmal. Ich stelle nicht in Abrede, dass es echte Idioten unter den Rennradfahrern gibt, ich bin mir da sogar sehr sicher, dass es sie gibt, weil es sie in jeder Gruppe gibt. Zudem vertrete ich die „Jeder ist ein Idiot – für einen kurzen Moment“-Hypothese. Wenn sich jeder für 5 Minuten pro Jahr im Verkehr wie ein Idiot verhält (Unaufmerksamkeit, Eile, was weiß ich), dann ist die Wahrscheinlichkeit bei 80 Millionen Bundesbürgern sehr hoch und einer fast genauso hohen Anzahl Verkehrsteilnehmer18, dass ich zu jedem meiner Momente im Verkehr einen Idioten in meiner Nähe habe. Und wenn ich keinen Idioten bemerke, sollte ich ganz stark überlegen, ob ich gerade meine 5 Idioten-Minuten habe.

Ich glaube auch, dass selten die ganze Geschichte erzählt wird. „Mich hätte beinahe ein Rennradfahrer über den Haufen gefahren“. Wie ich schrieb, Rennradfahrer sind sich ihrer Vulnerabilität sehr bewusst. Die wollen einen nicht absichtlich über den Haufen fahren.

Man stürzt nicht zum Spaß.19 Die Frage ist also, was an der Geschichte fehlt. Was ich beispielsweise beobachtet habe: dass andere Verkehrsteilnehmer einfach auf die Straße getreten sind, während man gerade mit dem Rennrad dieselbe runterfährt, und es bleibt einem nichts anderes, als fluchend zu versuchen, die Situation zu retten. Ein Tourenradfahrer mit Motorunterstützung biegt ohne Anzeige per Handzeichen ab, während man gerade die Straße geradeaus weiterfahren will. Ein Autofahrer übersieht einen völlig, und man muss den dünnen Fluchtweg zwischen „fluchen und weiterfahren“ und „auf der Straße stöhnend liegen“ finden.

Ich glaube, dass in solchen Geschichten oft konsequent das eigene Fehlverhalten eine nicht unerhebliche beitragende Komponente ist. Warum? Weil aufmerksames Verhalten einer Person oft dazu führt, dass unaufmerksames Verhalten einer weiteren Person ausgeglichen wird. Ich rechne als Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger damit, dass andere Menschen unaufmerksam sind, und verhalte mich entsprechend. Genauso hoffe ich, dass die mich umgebenden Menschen genau die gleiche Aufmerksamkeit an den Tag legen, sodass ich auch mal einen Fehler machen kann, was letztlich zwangsläufig ist. Als Radfahrer rechne ich damit, dass jemand einfach die Tür aufmacht, ohne zu gucken. Als Autofahrer rechne ich damit, dass jemand einfach auf die Straße tritt, wenn Leute nah an den Bordstein treten. Genauso wie ich als Fußgänger davon ausgehe, dass mich ein Radfahrer möglicherweise nicht gesehen hat.

Es ist schwierig, eine eindeutige Schuld zu finden, wenn einen ein Rennradfahrer fast umfährt, man aber gleichzeitig auf die Straße getreten ist. Es ist schwierig, eine eindeutige Verantwortung zu finden, wenn man beinahe einem anderen Radfahrer ins Rad fährt, dieser aber beim Überholen ohne Richtungsanzeige durch den eigenen Weg fährt.

Daher glaube ich oft, dass bei brenzligen Situationen die eigene Unaufmerksamkeit eine Mitursache ist: Ein Rennradfahrer fährt vielleicht wirklich übel schimpfend an einem Fußgänger vorbei. Das machen die meistens aber nicht, weil sie einen Pöbelzug durch die Vierlande machen, sondern weil ggf. eben ein anderer Radfahrer nicht die Spur halten kann oder ein Fußgänger unaufmerksam den Weg quert. Alles schon selber gesehen. Und, zu meiner Schande gestanden: auch schon selber gemacht. Und ich habe auch schon einem Radfahrer hinterhergerufen, was ich von seinen Lenkfähigkeiten halte. Und einem Fußgänger Tomatenbewuchs auf seinen Augen attestiert.

Mir fehlt ein bisschen das Verständnis für den Hass, der in diesen Foren hochkommt: Der körperlich Leidtragende ist in der Hauptsache der Radfahrer selber, alles andere sind Sachschäden, die die Haftpflicht des Radfahrers ersetzt. Ja, man kann berechtigt genervt sein als Anwohner. Aber dieser Hass?

Wenn euch das zu rennradfahrerfreundlich ist, möchte ich euch um ein Gedankenspiel bitten: Schließt die Augen. Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Auto und wollt ausparken. Es ist Samstagvormittag. Ein beliebiger Supermarktparkplatz in Deutschland. Meinetwegen auch der Parkplatz eines Baumarkts. Gleiche Herausforderung. Haltet vor eurem inneren Auge die Fußgänger im Blick. Ist es euch schon mal aufgefallen, wie leichtfertig die Leute auf dem Weg zum Laden hinter etwa 2 Tonnen ausparkenden Stahl treten? Diese Menschen sind oft im Stress. Unter Zeitdruck. In ihren Gedanken. Formal „Vorfahrt“ haben die Fußgänger nicht. Autofahrer sind auch zu besonderer Vorsicht verpflichtet. Und wenn man rückwärts fährt, ist eine Gefährdung anderer auszuschließen. Aber das ist eigentlich kein Freibrief für Unvorsichtigkeit. Zumindest war’s nicht so gedacht. Und sollte es auch nicht sein. Was nützt es, wenn man vielleicht im Recht ist, dafür aber mit gebrochenen Knochen auf die Sanitäter wartet?

Ohne dass zwei aufpassen, damit einer auch mal einen Fehler machen kann, wäre meiner Beobachtung nach der übliche Supermarktplatz ein Gemetzel, zu dem man einen RTW gleich fest abordnen kann. Dass es nicht so ist, liegt eben daran, dass zwei aufpassen. Ohne das funktioniert der Verkehr in seiner heutigen Dichte nicht.

Um wieder an den Deich und die Vierlande zu kommen: Das gilt auch, wenn ich auf einem Weg von der linken zur rechten Seite gehe, weil sich so viele interessante Dinge am Wegesrand befinden, oder ich mich in einer wild wuselnden Gruppe angeregt unterhalte und die Umwelt vergesse. Vielleicht ist der Gefühlsausbruch ein ganz klein wenig verständlich, wenn der Radfahrer in einer solchen Situation „voll in die Eisen“ gehen muss, was auf einem Fahrrad seine eigenen Gefahren hat.20 Es ist der gleiche Gefühlsausbruch, der einen durchfährt, wenn jemand beim Ausparken doch noch den Einkaufswagen durch die kaum wagenbreite Lücke zum dahinterstehenden Auto pressen möchte, der Wagen fiept und der Notbremsassistent den Anker auswirft. Den Gefühlsausbruch des Autofahrers schluckt die verschlossene Autotür. Jenen des Radfahrers hört man.

Dat is allens al dor!

Wenn sich beide Seiten daran halten und aufeinander Acht geben, ist, glaube ich, schon mal eine Vielzahl von Unfällen aus dem Weg geräumt. Es gibt natürlich eine nicht unerhebliche Anzahl von Unfällen, bei denen eine Person so eklatant gegen die Regeln verstößt, dass ein Ausweichen nicht mehr möglich ist. Aber es sind nicht alle Unfälle so.

Ja, man kann fordern: „Ja, müssen Radfahrer halt vom Tempo runter, sobald jemand anders da ist“. Ja, können wir so machen. Mach ich sofort mit. Ja, ehrlich. Wenn es für alle gilt. Runter auf Schritt, sobald man jemanden sieht. Auch für Autos.

Aber eigentlich haben wir etwas viel Besseres: StVO § 1 „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Und das gilt für jeden. Den Rennradfahrer, den Fußgänger, den Touren-E-Bike-Fahrer, den Autofahrer. Und wenn sich jeder mal aus seiner Bubble erheben und genau diesen Paragraphen beachten würde, wären wir schon sehr viel weiter.

Denn die ganz entscheidende Regel … die ist schon da! So wichtig, dass sie der erste Paragraph eines langen Gesetzes ist.

Häufung

Es gibt mit Sicherheit eine Unfallhäufung auf diesen 30 km. Das ist unbestritten. Um das mal in Relation zu setzen. In Hamburg verunglückten 2025 2482 Personen auf einem herkömmlichen Fahrrad, 593 mit einem E-Bike. Damit gehen 0,85 % aller Unfälle, bei denen ein Radfahrer zu Schaden kommt, auf diese Straße am Elbdeich. Das ist auf einer Straße, auf der der Verkehr deutlich weniger stark ist als auf vielen anderen Hamburger Straßen, keine zu übersehende Situation.

Ein Problem, das sich auf eine Straße, eine Unfallart und eine Besonderheit dieser Strecke eingrenzen lässt, löst man, indem man genau diese Straße, diese Unfallart und diese Besonderheit adressiert. Nicht mit einem allgemeinen Urteil über die gesamte Verkehrsteilnehmergruppe.

Warum fallen die Rennradunfälle so auf?

Ich vermute, dieses generelle Urteil hat viel damit zu tun, dass diese Unfälle sehr auffallen und das Problem noch mal deutlich größer erscheint. Die Unfälle tauchen immerhin beim NDR auf.

Warum bekommen nun die Rennradfahrer und ihre Unfälle so prominente Aufmerksamkeit? Ein Parkrempler, ein Auffahrunfall entspricht ungefähr einem umfallenden Sack Reis in China. Das ist einfach Mobilitätsnormalität. Es passiert meist nicht viel. Blechschaden. Verletztes Ego. Aber wenn ein Rennrad mit hoher Geschwindigkeit in ein Auto fährt, ist das völlig anders. Es gibt keine Knautschzone. Rennradbekleidung dient mehr der Verhinderung öffentlichen Ärgernisses als dem Schutz des Radfahrers. Ein Aufprall mit 30 km/h in ein geparktes Auto – nichts ist eine Bagatelle in einem solchen Zusammenstoß. Knochenbrüche. Prellungen, manchmal noch weit mehr. Es ist so gut wie immer ein Krankenwagen beteiligt, oft sogar der Rettungshubschrauber, weil die Wege lang sind. In der Innenstadt ist das nächste Krankenhaus nah, ein spektakulärer Helikoptereinsatz ist oft unnötig. Die 3049 anderen Verunglückten fallen bei Weitem nicht so auf.

Der in den Vierlanden eingesetzte Rettungshubschrauber ist halt eine Nachricht. Man mag mit böser Zunge auch sagen: „Insbesondere in einer Gegend Hamburgs, in der sonst im Vergleich zur sehr nahen, großen Stadt nicht viel zu passieren scheint … außer vielleicht ein umfallender Sack Salatköpfe“

Was wohl nichts bringen wird …

Ich denke zudem, dass Geschwindigkeitslimits hier ebenfalls wenig bringen werden. Mein bisher folgenreichster Fahrradsturz ereignete sich bei um und bei 15 km/h, alleinbeteiligt, durch einen dummen Fahrfehler. Ich habe durch die tiefstehende Sonne einen Laternenmast auf dem Radweg übersehen. Ich habe diesen genügend touchiert, um auf die Straße zu fallen. Ich bin nicht unaufmerksam gefahren, ich hab’s schlicht nicht gesehen. Ich hatte das Glück, dass ich in dem Moment nicht vor ein Auto geflogen bin, das mir nicht mehr hätte ausweichen können. Es ist nicht die Geschwindigkeit.

Auf der anderen Seite: Ein S-Pedelec-Fahrer darf mit seinem Rad 45 km/h fahren. Auf der Straße und mit allem Recht. Ich kenne einige Pendler, für die dadurch Langstreckenradpendeln erst realistisch wird. Wie geht man damit um? Wie behandelt man Motorräder, Mofas, Mopeds, E-Scooter? Praktisch alles, was kein Auto ist. Ein Teil davon ist auf den Gehweg verbannt. Die Frage bleibt.

Erlaube ich Motorrädern, Mofas und Mopeds ihre bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, wo erlaubt, weil sie einen Verbrennermotor haben und wir sie schon seit Ewigkeiten kennen? E-Bikes und E-Scootern vielleicht, weil sie ja auch so irgendwie Motorfahrzeuge sind? Aber muskelbetriebenen Fahrzeugen nicht? Das hält irgendwie nicht stand. Wo ist der Unterschied zwischen einem 25 km/h fahrenden Mofa und einem 25 km/h fahrenden Rennradfahrer? Was ist die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit bei einem muskelbetriebenen Fahrrad, wenn diese doch sehr stark von dem Menschen abhängt, der darauf sitzt?21

Insbesondere, wenn Geschwindigkeit an sich nicht das entscheidende Problem ist?

Un nu?

Ja, jetzt haben wir das Problem. Was ist aber die Lösung dazu? Ich habe dazu einige Vorschläge und Ideen.

Ich bin ganz deutlich gegen eine Sperrung. Egal ob für Autos oder Radfahrer. Ich fahre die Strecke sowohl mit dem Auto als auch mit dem Rad sehr gerne.

Ich finde den Vorschlag mit dem Parkverbot aber ganz gut. Allerdings mit einer wesentlichen Änderung. Vielleicht kann man die Situation aber ein wenig ordnen, ohne beiden Seiten zu viel zu nehmen. Beispielsweise, indem man Parkzonen einrichtet, in denen sich Autofahrer an den Rand stellen dürfen, und 50 Meter vorher Markierungen anbringt und es an anderer Stelle verbietet. Meine Idee wäre jeden Kilometer 5 Parkplätze am Stück. Von der Tatenberger bis zur Geesthachter Schleuse sind es 30 km. Das wären über die gesamte Strecke 150 Parkplätze. An jedem Punkt des Deiches wäre kein Parkplatz mehr als 500 Meter entfernt. Das wären genug Parkplätze, dass selbst bei einem sonstigen Verbot niemand ernsthaft von automobilen Einschränkungen reden kann. Spazieren gehen zu wollen und dann über 500 Meter zu klagen passt nicht zusammen. Mein Hund guckt mich beleidigt an, wenn ich nur 500 Meter mit ihm gehe. Und wenn die Parkplätze punktuell nicht reichen, malt man halt vorne und hinten noch welche dran. Je nach Bedarf. Natürlich muss man das durchsetzen. Aber ich gehe davon aus, dass die Leute, wenn solche Parkplätze markiert sind, diese dann auch nutzen. Niemand möchte einen Radfahrer im Heckfenster haben.

Für den Radfahrer wäre das ein selbst bei gröbster Unaufmerksamkeit kaum zu übersehender Cluster, der einmal höherer Aufmerksamkeit bedarf. Nicht 5 getrennt voneinander stehende Fahrzeuge, die einzeln und in unregelmäßigen Abständen der Aufmerksamkeit bedürfen.

Dass zumindest das Markieren von Parkzonen geht, sieht man am Oortkatener See … dort gibt es ausgewiesene Parkzonen. Ich finde es selbst als Autofahrer nervig, dass auf der Strecke überall Autos stehen dürfen.

Als Beispiel für die Markierung kann man die Kaltehofe nehmen. Es gibt dort Schranken vor der Wasserkunst, die verhindern sollen, dass dort Fahrzeuge durchfahren können, die nicht die entsprechende Erlaubnis haben. Ein gutes Stück vorher gibt es eine Markierung „Achtung Schranke“. Auf den Boden gepinselt. Etwas später gibt es noch drei Streifen, die auf einem Rad gut wahrnehmbar sind, und danach gleich noch ein Dreieck. Ihr könnt das auf diesem Bild sehen.

Schranke

Ich bin mir sicher, dass diese Aufschrift existiert, weil sich einige Rennradfahrer um diese Schranken gewickelt haben. Ich könnte mir vor diesen Parkzonen eine ähnliche Aufschrift in großen roten Lettern vorstellen: „Achtung! Parkende Autos!“.

Und auf der anderen Seite: Ich fahre mittlerweile wie ein Weihnachtsbaum. Blinkendes Licht am Helm, blinkendes Licht am Trikot; ich habe sogar ein Rücklicht, das per Radar 100 bis 150 Meter hinter mich schaut, ob da Autofahrer auf mich zukommen, die mich nicht gesehen haben, und dann auf höchster Leuchtstufe brennt. Ihr habt keine Vorstellung, wie häufig ich deswegen auf Tausenden Kilometern mit dem Rad an den Straßenrand musste. Ich habe akzeptiert, dass es in einer unaufmerksamen Welt mitunter gefährlich werden kann, sich einigermaßen schutzlos fortzubewegen. Auch wenn ich mich über diese Unaufmerksamkeit sehr ärgern kann.


  1. Dass ich nicht so auf rechten Populistenmist stehe, hat es anscheinend vergessen. … 

  2. Oooooookay, es ist eigentlich eine kontinuierliche Aneinanderreihung von Straßen, die nach dem Schema „Irgendwas Hauptdeich“ benannt sind. Fährt sich aber wie eine Straße. Ich belasse es daher mal bei „die Straße“. 

  3. Wobei mich Fehmarn immer noch deutlich mehr reizt. Und da kann man auch toll radfahren. 

  4. Quelle siehe die später im Text verlinkte erste Pressemitteilung. 

  5. Wobei ich die Argumentation im Artikel, parkende Autos würden zur Verkehrssicherheit beitragen, da sie den Verkehr verlangsamen, ein wenig an den Haaren herbeigezogen finde. 

  6. Da bin ich als Ostfrieslandexilant in Amdorf ganz andere Engstellen gewöhnt. 

  7. Das Hamburger Stadtgebiet ist ohnehin eine Geschichte voller Merkwürdigkeiten. Aber das gehört hier nicht hin. 

  8. Die Gegend hat das Mit-Henry-Gassi-Gehen-Seal-of-Approval … 

  9. Ich habe letztes Jahr eine Bekannte kennengelernt, die tatsächlich in den Vierlanden lebt. Während wir uns unterhielten, flog ein Hubschrauber an. Der resignierte Kommentar von ihr war „Das passiert hier häufiger“, und wir spazierten weiter am Deich. 

  10. An dieser Stelle geht die Aufforderung der Polizei, dauerhaft das Augenmerk weiter als 10 Meter zu haben – wie es bei „Kopf hoch“ geäußert wird –, ein wenig an der Fahrrealität vorbei, denn es ist ziemlich essenziell, den Straßenzustand genau im Auge zu behalten. 

  11. Jahaaa, denkt doch an die Kinder! Aber wehe, irgendwo wird Tempo 30 oder gar eine Spielstraße eingerichtet. 

  12. MAMIL = Middle Aged Man in Lycra. Es gibt keinen entsprechenden Begriff für die weibliche Version. Da ich mir aber sicher bin, dass es das gleiche Phänomen auch unter Frauen gibt, nutze ich dafür einfach mal den Begriff MAWIL. 

  13. Ja, ich bin in meiner extremen Radfahrzeit auch so gefahren …. 

  14. Man verzeihe mir hier eine zynische Nebenbemerkung: Wenn jemand heute Herrn Ullrich als Vergleich heranzieht, ist das genauso eine Altersverortung und Befassungsindikation wie die Nutzung des Begriffs „Nintendo“ durch meine Mutter bei allem, was entfernt wie eine Spielkonsole aussieht. (Die Generation danach kannte den Unterschied dann schon sehr genau.) 

  15. Der Paragraph, der mir verbietet, im Gleichschritt im Verband über Brücken zu marschieren. 

  16. Herrje, wie oft habe ich mir an solchen Stellen schon Instant Karma in Form einer Zivilstreife gewünscht, wenn ich solche Situationen beobachtet habe. Bei unflätigem Rumpöbeln ist bei mir dann doch eine Grenze erreicht. 

  17. Die Räder sind extrem gut, aber sie wirken auf mich wie fahrradgewordene SUVs. 

  18. Wobei der arme Säugling nichts dafür kann, wenn er in eine kritische Situation geschoben wird; er ist sozusagen Verkehrsidiot by proxy. 

  19. Okay, Downhill-Fahrer scheinen das irgendwie in Kauf zu nehmen. Aber naja, die sind irgendwie anders. Das ist irgendwie YOLO auf zwei Rädern. 

  20. Sturzfreies Vollbremsen will gelernt sein. 

  21. Und wo man schon dabei ist … müsste man nicht dann auch an die Führerscheinfreiheit für Segelboote ran? Mit denen kann ich auch sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen, aber den SBF brauche ich dafür oft nicht. Die Schadenseintrittswahrscheinlichkeit ist wahrscheinlich geringer, aber wenn mal was passiert, ist der Schaden groß. Warum darf ich ein unlimitiertes Motorrad erst nach mehreren Jahren fahren, ein hochmotorisiertes Motorboot mit 500 PS ist aber gar kein Problem einen Tag nach dem Führerschein? Das alles ist nicht ohne Widersprüche. Aber das führt hier zu weit. 

Written by

Joerg Moellenkamp

Avid bicyclist, likes california, dreams to combine both.