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LeapfroggingMonday, October 31. 2005
Anscheinend setzt sich jetzt auch in den Medien eine zunehmend kritische Betrachtung der Produktpolitik von Intel durch die Medien durch. Im "Link of the Week" von gestern habe ich ja in der Richtung schon einige Referenzen zusammengefasst.
Vielleicht an dieser Stelle meine eigene Meinung zu diesem Thema. Sun hat auch lange Zeit dieses Hohelied des "Not Invented here" gesungen. SPARC, SPARC und noch mal SPARC. Das ist halt das Problem eine von Ingenieuren und ehemaligen Ingenieuren getriebenen Firma. Es besteht immer eine gewisse Technikverliebtheit. Dazu kam ja auch das Wissen, das die eigene Prozessortechnologie eleganter war und ist als alle andere Prozessorplattformen (Alpha vielleicht mal ausgenommen, auf meinem absolut intelfreien Schreibtisch (okay, sagen wir mal intelinvented-freien Schreibtisch) steht bis heute eine Multia, die mich immer noch ins Stauen zu versetzen vermag). Das unbestimmte Wissen besser und richtiger zu sein als der Rest. Was lange Zeit übersehen worden war, ist die Designphilosophie der F-4 Phantom: "Auch ein Ziegelstein kann fliegen, wenn er genug Schub hat". Und auch eine schlechte Prozessorarchitektur wird richtig schnell, wenn man die Resourcen, das Geld und das Fertigungknow hat, extreme Taktraten zu erreichen. Schliesslich haben wir mittlerweile Taktraten erreicht, die vor 10 Jahren noch im Forschungsteil von Zeitungen erwähnt worden sind. Mit dieser Philosophie hat Intel eine ganze Zeit sehr gut gelebt. Nur: Auch für diese Firmen gilt die Physik und diese Mauer stellt eine besonders harte und abweisende Grenze dar. Und auch Intel hat etwas übersehen: Was passiert, wenn jemand sich die x86-Architektur nimmt und ihr den grössten Unsinn austreibt, sich an einigen Stellen noch mal neu Gedanken macht und an anderen Stellen auf Kompatibiltät pfeifen kann (beispielsweise Sockel). Dem Ziegelstein also eine einigermassen aerodynamische Form gibt. Genau: Zwar keine schönere Architektur, aber ein veritabler Konkurrent. Und nichts anderes hat AMD gemacht. Erfolg macht hier leider Faul: Sun hat sich lange Zeit auf der Erfolgswelle der E10K ausgeruht. Wir haben erst Jonathan und Andreas gebraucht (zusammen mit Scotts Willen, einige alte Zöpfe abzuschneiden), um frischen Wind in die Firma zu bringen und noch heute gibt es Leute die den guten alten E10K-Zeiten hinterherweinen, wo sich Sales auf Mangelwirtschaft reduziert hat, weil wir die Maschinen nicht schnell genug produzieren konnten, wie sie uns aus den Händen gerissen worden sind (Ich hatte selber drei Stück davon). Und Intel hat gleichermassen sich auf den Erfolg seiner XEON-Prozessoren verlassen. Der Siegeslauf hat ja auch sehr lange gedauert. 32-Bit Athlons haben defacto keine Rolle gespielt und lange Zeit schien es so, als wäre das Erstürmen der SMP-Bastion nur noch eine Frage der Zeit. Betrachtet man aber die momentane Situation, stellt sich ein anderes Bild dar: Itanium ist eine Randexistenz, der 10-Ghz-Pentium-IV findet nicht statt und effiziente Designs auf Basis von Xeons mit mehr als 2 Prozessoren existieren weitestgehend nicht. AMD hat wahrscheinlich diese Situation kommen sehen, und konnte diese dann ausnutzen. Der Opteron erreicht im Servermarkt Marktanteile, mit denen niemand gerechnet hat. Weiteres Unheil steht allerdings bevor. Der nächste Paradigmenwechsel ist unmittelbar zu erwarten. Getragen wird er von zwei eigentlich unabhängigen Entwicklungen. Reduzierung des Stromverbrauchs und Konsolidierung. Auf den ersten Blick haben diese Entwicklung eher auf Systemebene miteinander zu tun, als das sie Wirkung auf die Designphilosophie von Prozessoren haben. Weniger Systeme bedeutet weniger Stromverbrauch. Es gibt jetzt aber eine Eigenart des Powermanagements, wie es in der gesamten x86-Welt gelebt wird: Powermanagement ist Ausnutzung von Ineffizienz. Die meisten Mechanismen basieren darauf, leistungssteigernde Faktoren abzuschalten oder in ihrer Wirkung zu reduzieren. Caches werden abgeschaltet (erheblicher Faktor, brauchen moderne System doch mittlerweile den Hauptspeicher von Grossrechnern von vor 15 Jahren um einigermassen effizient zu funktionieren), Taktraten werden reduziert. Strom wird dadurch gespart, das jene Komponenten ausgeschaltet werden, die durch Nichtgebrauch oder durch Ineffizenz (es mach keinen Sinn einen Core mit Strom zu versorgen, wenn dieser gerade auf den Arbeitsspeicher wartet) nicht benötigt werden. Fatal wird das im Zusammenhang mit Konsolidierung. Für einen Desktop mag das Modell ausreichend sein. Es wartet ohnehin die meiste Zeit darauf das die Wetware an der Tastatur endlich seinen Bedienerpflichten nachkommt. Ein Server sollte aber per Definition möglichst maximal ausgelastet sein, also ständig wertschöpfend tätig sein. Jetzt gehen wir mal davon aus, das Firmen es schaffen, ihre Systeme gut auszulasten, sagen wir mal zu 80%. Dann kann Powermanagement, wie es momentan gelebt wird, nicht aktiv werden. Der Prozessor benötigt seine Komponenten und wir sind bei den maximalen Stromverbräuchen und nicht bei den werbewirksam theoretisch minimal zu erreichenden Größenordnungen. Nun stelle man sich vor, das ähnlich dem Opteron ein Mitspieler das Feld betritt, der einiges ein wenig richtiger macht (nicht viel, nur ein wenig) und unter voller Last weniger Strom verbraucht als die Konkurrenz mit ihrem Powermanagement. Nichts anderes macht momentan Sun ja mit Niagara und Rock und viele kleinere Hersteller, die ähnliche Ideen ausprobieren. Vielleicht ist die grosse Schwäche, die wir in den letzten Jahren erleiden mussten, die Keimzelle der grössten Stärke. Die Erkenntnis, das man nicht endlos mit den Ziegelsteinbeschleunigern mithalten kann, mit dem Willen, neue Wege zu gehen, wird sich wahrscheinlich als Glücksfall erweisen. PS: Ich bin mir der Ironie bewusst in Zusammenhang von Jonathan vom Abschneiden von alten Zöpfen zu reden. Links of the WeekSunday, October 30. 2005
Beginnen wir die wöchentliche Sammlung mit einem kurzen Kommentar über Intel. Wie es scheint, haben wir wieder den klassischen Fall von Leapfroging. Mal erscheint der eine fast unschlagbar, und einige Zeit später findet sich dieser auf der Verliererstrasse wieder. Intel ist jetzt so ein Fall, es verzögern sich alle mögliche Projekte im Hause Intel, sofernd diese was mit CPUs zu tun haben, zusätzlich gibt es jetzt noch Ärger mit dem Outsourcing nach Indien. Schlimmer noch: Die Presse redet mittlerweile von mehrjährigen Entwicklungsrückstand. Übrigens glaube ich, das IBM jetzt in eine ähnliche Situation gerät. Power5+ ist nicht mit den erwarteten Taktraten gekommen und auch nur in kleineren Systemen.
Bei unserem Grid-Angebot geht es jetzt so langsam auch los. Mit der Pensionierung von Steve McGovan geht aber auch leider eine Aera bei Sun zu Ende. Zu Niagara gibt es in der Presse mehr Neuigkeiten. Zusammen mit den Problemen bei Intel scheint sich da jetzt wirklich ein Paradigmenwechsel anzubahnen.Weitere gute Nachricht: 3 Mio Solaris-Lizenzen sind jetzt registriert worden. Sehr viel mehr, als viele erwartet haben. Und was ich auch nicht erwartet habe: Die Hölle friert zu, und IBM verkauft Solaris auf Blades. Am Ende: Viel Unruhe gibt momentan wegen der buchhalterischen Würdigung von Stockoptions. Man kann sich jetzt über die Sinnhaftigkeit streiten. Die Analysten dürfen sich aber nicht aufregen, das jetzt häufiger Proforma-Zahlen genannt werden. Die entsprechenden Personen sollten sich gedanken machen, wie die psychologische Wirkung ist, wenn plötzliche viele Firmen massiv in die roten Zahlen gehen, obwohl sich aber an den eigentlichen finanziellen Grunddaten nichts geändert hat. Kurz vor acht Uhr ....Sunday, October 30. 2005
Es ist früh, es ist kalt, auf den Parkbänken liegen noch die Randexistenzen unserer Gesellschaft, und wissen noch nicht, ob sie am heutigen Tag die Augen öffnen sollen. Frauen laufen in der Uniform der Fitnessgesellschaft über die Wege, während der Atem kurz davor ist, sichtbar zu werden. Es lohnt sich, früh morgens aufzustehen, um Bilder dieser Stadt zu machen. Es ist ruhig, still, fast friedlich ... ein Eindruck der täuscht:
![]() Die letzten Tage ...Thursday, October 27. 2005
Nein, das Weblog ist nicht verlassen, ich habe mich die letzten Tage mit der Fertigstellung des lange angekündigten Jumpstart-Tutorials beschäftigt. Mehr in den nächsten Tagen.
Posted by Joerg Moellenkamp
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AMD und SunMonday, October 24. 2005
Das die Zusammenarbeit nicht nur auf der Basis "Ich Geld, du Prozessor" läuft, wird sehr gut in "Sun Shines on AMD's Opteron" umrissen:
"The standard mode of operation is going to be one of AMD engineers involved in the specific design of AMD processor products. But those engineers will get substantial input from their counterparts at Sun, especially relative to features that influence system design, whether its memory controller capabilities, Hypertransport capabilities of the future or what have you," he said. "We do the design, but based on input from Sun. That's the model." ADAC ? Ich nicht mehr ....Monday, October 24. 2005
Ich bin schon eine ganze Weile ADAC-Mitglied. Mehr oder weniger nur noch deswegen, weil ich uebers Jahr gerechnet die Mitgliedschaftsgebühr mit der Ersparnis bei UCI-Kinokarten wieder einspiele. Die Frage ist allerdings, ob ich möchte, das ein Verein die Vertretung meiner automobilen Interessen beanspruchen darf, dem grundlegende Eigenarten und Gepflogenheiten des Internets (jenes Konstrukt mit dem ich zum Teil mein Geld verdiene, mich aufhalte, kommentiere, usw...) fremd sind, denn: Gemäß der Linkpolicy im Impressum unter http://www.adac.de/impressum/default.asp darf man www.adac.de nicht verlinken. Haeh? Also das Internet lebt davon, das das Linknetz moeglichst stark verwoben ist. Der Gedanke dahinter erscheint klar: Schlechte Presse vermeiden. Aber in dieser Richtung funktioniert das Ganze nicht. Schlechte Presse bleibt schlechte Presse, egal ob der Link noch klickbar ist oder nicht.
Naja, werd ich halt beim ADAC austreten und stattdessen eine ESPRIT-Karte beantragen, hat fuer mich den gleichen Nutzen ... (gefunden via: wirres.net)
Posted by Joerg Moellenkamp
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Intels Probleme mit einem OpteronkonkurrentenMonday, October 24. 2005
Also Intel scheint groessere Probleme zu haben, dem Opteron etwas geeignetes als Konkurrenz entgegenzustellen. Der Register berichtet in Intel's Paxville: too slow, too hot, too dumb von enormen thermischen Problemen, ohne das Intel wirklich mit AMD konkurrieren können. Ich denke, hier beginnt beispielweise die Bindung von Dell und Intel ein immer größeres Problem zu werden. Bei Apple hoffe ich mal darauf, das es einen Plan C mit AMD gibt. Ich habe keine Lust auf verbrannte Beine.
In eigener SacheSunday, October 23. 2005
Kurz vor dem tausendsten Artikel in diesem Weblog habe ich zwei Kleinigkeiten angepasst. In der Seitenleiste ist es jetzt auch möglich, den RSS-Feed mit den Kommentaren zu subscriben. Zusätzlich werde ich hierdie Artikel sammeln, von denen ich denke, das sie mir am Besten gelungen sind. Unter Favorites ist dieser Eintrag auch im Rahmen der Navigation verfügbar. Robert Basic hat mich da auf die Idee gebracht, das viele Dinge hier einfach im Archiv verschwinden, ohne das irgendwann noch mal darauf zugegriffen wird, es sei denn, sie werden von irgendwoher noch mal verlinkt.... zu schade darum ...
Grippe, Nematoden und die MedienSunday, October 23. 2005
Medien wandeln jeden denkenden Menschen in einen Haufen dummen und panischen Haufen organisierten Urschleims. Warum?
Continue reading "Grippe, Nematoden und die Medien" The key to Sun's past is key to its futureSunday, October 23. 2005
The key to Sun's past is key to its future
Some observers liken Bechtolsheim's coming back to Sun to the return of Steve Jobs to the once-struggling Apple Computer. One Sun executive, who asked not to be named, compared the reception of Bechtolsheim by ``googoo-gaga'' Sun employees to having a rock star on campus.
Posted by Joerg Moellenkamp
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Neues in Nevada 10/2005Sunday, October 23. 2005
Dan Price hat wieder die Neuigkeiten in Solaris Express zusammengefasst.
Die Zukunft der TelevisionFriday, October 21. 2005
Lacht nicht, aber die Serie NCIS ist die Zukunft des Fernsehens. So bloed die Serie eigentlich ist. Diese Sendung für die Zweiten im Bieterrennen um pseudowissenschaftliche Kriminalistiksendungen. Werbung im herkömmlichen Sinne mit Unterbrechung, Mainzelmännchen und merkwürdigen Ideen wie der Dame hinterm Busch funktionieren ja nicht mehr wirklich. Ich glaube die letzte Werbung habe ich vor Ewigkeiten geguckt. Seit Timeshifting ist Werbung fuer mich Grund zur Fernbedienung zu greifen und vorzuspulen. Egal. Normale Werbung funktioniert also nicht mehr, muss man sich was neues einfallen lassen. NCIS zeigt wie. Ist euch eigentlich schon mal aufgefallem, wie direkt Special Agent Gibbs bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Starbucks-Becher in die Kamera haelt. Product Placement ohne jede Scham. Werden wir wohl in Zukunft oefters sehen. Und ansonsten: "Dieser Mord und Totschlag wird praesentiert von Plörbräu". In GZSZ tragen die Schauzspieler Logos am Revers und im Pornokanal wird abwaschbaren Tatoos gearbeitet. Das ist TV der Zukunft.
Mindfuck: Erkenntnisse einer UBahn-FahrtWednesday, October 19. 2005
Ich soll an morgen denken, aber heute leben. Und was habe ich gestern vergessen? Was geht mich meine eigene Beerdigung an? Sollen doch die Hinterbliebenen machen, was sie wollen? Können sie wenigstens auf der letzten Party eines Lebens nicht mehr hinterher lästern.
Was ist das spezielle an Hamburger Busfahrern? Sind sie verkannte Genies in Umgang mit Frauen? Sie vermögen die versammelte kiezbesuchende männliche Fraktion hinter sich zu lassen. Die Herzen der Frauen fliegen ihnen zu. In der Nacht. Im Bus 607. Ich sehe diese Menschen nun mit anderen Augen, wenn sie pausierend ihre Bildzeitung lesend ihre Stulle verzehren. Des Nachts ist alles ganz anders. Und wenn alles nicht mehr geht, bleibt mir die Möglichkeit, das Land zu verlassen. Physiotherapie im Nirgendwo. In einem sonnigeren Irgendwo. Ist das mein Ziel? Wessen Ziel ist das? Oder ist das Ziel das schnelle Geld, die letzten Erinnerungen an eine bessere Zeit beleihend in Hoffnung auf eine bessere Zeit bevor die Erinnerung den Weg alles Verpfändeten geht. Am Ende bleibt nur der Blick auf ein Baby mit wirren Fragen, auf die es keine Antwort gibt, weil schon die Frage sinnlos ist und die blosse Betrachtung schon mehr Fragen aufwirft, als eine Fahrt mit der UBahn beantworten kann. Neues Flickr-Set: MöwenWednesday, October 19. 2005![]() (auf Flickr)
Posted by Joerg Moellenkamp
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Hörempfehlung: Die Remix-Alben von Sarah McLachlanTuesday, October 18. 2005 Sarah McLachlan ist eigentlich an sich schon eine sehr gute Künstlerin. Viele werden sie aus "City of Angels" kennen. Das Angels im Soundtrack dieses Films ist von ihr (BTW: Unter der Bedingung, das ich auch so eine Arbeitskleidung wie im Film tragen darf, unterschreibe ich gerne für den Job als Engel). Auf jeden Fall gibt es schon seit einiger Zeit eine sinnigerweise Remixed genannte Remix-CD zu ihren Stücken (es ist daher natuerlich nichts von der Afterglow enthalten). Die Musik bekommt dadurch eine komplett andere Athmosphäre, oftmals bleibt wenig von der Zerbrechlichkeit der Musik übrig. Jedes Stück wirkt anders, gegenüber dem Original und auch gegenüber den Stücken auf der CD. Anspielempfehlung: Black im William Orbit-Remix, Sweet Surrender im DJ Tiësto Mix und Fear im Hybrid's Super Collider Mix. (iTMS) Für Remixes von neueren Stücken von Sarah McLachlan empfehle ich Bloom (Remix). Es gibt das zur "Remixed"gesagte. Auch hier erweitern die Remixe die Originalversionen teilweise erheblich. Anspielempfehlung: Just Like Me (will.i.am of Black Eyed Peas Mix), der Remix von Answer durch Talvin Singh sowie Fallen (Gabriel & Dresden Anti-Gravity Mix. (iTMS)
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