Entries tagged as Mindfuck
Saturday, June 3. 2006
Gedankenmaschine. Ich mag dieses Wort. Leider habe ich es nicht erfunden. Aber es könnte für mich erfunden sein. Denn genau das bin ich. Eine Gedankenmaschine. Ich nehme Kleinigkeiten, Nichtigkeiten und Unwichtigkeiten um mich wahr und verarbeite und verspinne sie zu grossen Gedankengeweben. Jede Minute, jede Sekunde wird ein neuer Gedanke geboren. Während andere Menschen sich noch in ihrem Gedanken von eben verirren, bin ich schon längst weiter. Woanders. Voraus. Man muesste mein Gehirn schon ausschalten, damit das ein Ende findet. Freue, Angst, Fressen, Auspowern, Lieben, Sex, Euphorie, Musik ... in grossen Dosen .. nur das vermag die Gedankenmaschine in mir zu übertönen ... manchmal ...
Friday, May 26. 2006
... das ich an meinem Mobiltelephon merke, wieviele Menschen an mich denken und mich mögen, selbst wenn ich alleine in einer grossen Stadt wohne. Ich denke, ich bin ein glücklicher Mensch!
Friday, April 28. 2006
Wer denkt sich die Namen für Bäckereiprodukte aus? Und was haben ekelhaft ausehende Teigfladen mit Körnern und Fitness miteinander zu tun? Warum sehen Clowns auf Circuswerbungen immer so aus, als wären sie total bekifft und betrunken? Und warum habe ich eigentlich immer noch nicht umgeschaltet, obwohl hier nur "Das Geständnis" läuft...
Monday, April 10. 2006
Das Leben an sich ist eine Pralinenschachtel. Das sagte schon die Mutter von Forest Gump. Die gute Frau hat nur eine Sache vergessen zu erwähnen. Es ist leider nicht so, das man sich zwischen lecker und nicht ganz so lecker entscheiden könnte. Nur die eine Hälfte der Schachtel enthält jene Dinge, die wir an Pralinen so lieben und schätzen. Die andere Hälfte bietet jene Schöpfungen der Chocolatier-Kunst, die solche Dinge wie Heuschreckenschenkel in Zartbitter, Made in Mint oder meinetwegen auch geröstete Kakerlaken in Caramel kredenzt.Das sieht dann von aussen erstmal ganz schmackhaft aus, aber dieser Gedanke verflüchtigt sich schnell, wenn man des Inhalts gewahr wird.
Im Grunde genommen ist es sogar so, das diese Schöpfungen in der Pralinenschachtel des Lebens noch eine erhebliche Vitalität aufweisen. Wo man gerade noch den Splitterkrokant vermutet hat, greift man kurzerhand zum kandierten Froschlaich. Oder um mal aus der Welt der Schokoladenanalogien herauszukommen: Das Leben in seiner unendlichen Vielfalt ist einzig und alleine dazu da, dir ab und an zu zeigen, wie ekelhaft, gemein und fies es sein kann. Eben noch der König der Welt, hängt man wenig später kotzend über der Reeling und lässt sich die Schlechtigkeiten, deren man bewusst ist, noch mal durch den Kopf gehen.
Sunday, April 9. 2006
Manchmal frage ich mich, ob meine Sicht der Dinge irgendwie wirklich nur das ist, meine Sicht der Dinge, und das die Welt da draussen ganz anders ist. Ist die Welt wirklich so kompliziert, wie ich es mir vorstelle, oder muss man sich die Welt ganz einfach machen, um nicht durchzudrehen. Während dann rund um einen in Hamburg gefeiert, gesoffen, gestritten, gevögelt, geküsst, geichweissnichtnochwasalles wird, liegesitzt man auf seinem Sofa und denkt über die Komplexität der Welt im Allgemeinen und der meinen im ganz Speziellen nach und guckt tief auf den Grund des Teebechers, um das Sprudeln der Süssstofftabletten zu verfolgen. Kleinigkeiten, aber Kleinigkeiten, an denen man sich wunderbar lange aufhalten kann. Es gibt Sonntagmorgen, da hasse ich Sontagsmorgens.
Aber mal was ganz anders: Ist eigentlich schon mal jemanden aufgefallen, das das deutsche Fernsehen immer selbstreferenzieller wird. Nachrichten als solche gibt es eigentlich nicht mehr so richtig. An sich dreht es sich nur darum, immer wieder die gleichen Gesichter in wandelnden Aufgaben zu zeigen. Da Standardtanz an sich ein tierisch langweilige Sache ist, laesst man jetzt die AbisC-Prominenz antreten, um langweiligen Tanz mit langweiligen Menschen vorzuführen. Ich kann mir richtig vorstellen, wie die Idee hochgekocht ist: "Hey ... Prominente ziehen immer ... in die Wüste haben wir sie schon geschickt, auch schon in Ekelschleim gebadet ... hey ... wir lassen sie tanzen". Und weil das der Chef gesagt hat, hat sich niemand getraut zu sagen, das das eine ausnehmend doofe Idee ist.
So irgendwie frage ich mich ohnehin, wo das noch hinführen soll. In spätestens 10 Jahren gucken wir unseren Prominenten bei der Ausübung des in- und ausserehelichen Beischlafes zu. Aber (und das bitte jetzt nicht persönlich nehmen), bitte,bitte,bitte ruft dann nicht Heide Simonis an. Da unsere Prominenz bis dahin sowieso insgesamt entweder alt und/oder schwul ist, könnte das für die heterosexuelle Minderheit in unserem Lange dann eh eine äusserst unappetitliche Vorstellung werden.
Habe ich schon erwähnt, das ich Sonntagmorgen hasse.
Tuesday, March 28. 2006
Eigentlich wollte ich noch mehr zum Thema TI-D heute abend schreiben. Aber das Wetter hat anders entschieden. Für die zwölf Kilometer zwischen Hamburg-Harburg nach Hamburg-Hauptbahnhof habe ich sage und schreibe 5 Stunden gebraucht. Ich kam gerade rechtzeitig zum Unwetter nach Hamburg-Harburg. Und dann ging nichts mehr. Keine Weiterfahrt.
Und noch viel interessanter: Ich war heute nachmittag in Bremerhaven um meinen Volvo nach vier Jahren Leasing abzugeben und bin unter anderem durch Esensham gefahren. Und dann lese ich das.
Sollte mir das irgendetwas sagen, wenn an zwei Orten an denen ich war kurze Zeit später eine Windhose losbricht ? Also, veraergert mich nicht, ich könnte es Frösche regnen lassen? Oder Kuhdung, wenn ihr mich wirklich wütend macht.
Sunday, March 26. 2006
Kann ein Algorithmus eine Meinung haben. Gute Frage. Nehmen wir mal an, Google würde aufgrund der Datenlage und des Algorithmus, der hinter Google steckt, vermehrt Seiten anzeigen, die zu einer Meinung neigen. Ist das dann eine Meinungsäusserung seitens Google. Oder ist die angebliche Antiabtreibungs-Positionierung des Amazon-Suchalgorithmus eine Ausdruck einer Meinung. Und wenn es nicht die Meinung von Google ist, wessen Meinung ist es dann? Es kann nicht die Meinung eines einzelnen Menschen sein, denn Google ist ein Meinungsaggregator, er konsolidiert Millionen von Meinungen in eine Präsentation. Es sammelt Meme und verarbeitet diese. Neutral. Streng nach den Regeln seiner Programmierung. Google präsentiert dann die Sicht der Dinge aus Sicht des Internets. Ist Google Inc. dafür verantwortlich, was der von ihr entwickelte Mechanismus ausgibt? Wäre der Google-Algorithmus ein Nazi, wenn auf die Frage "+Faschismus +Hitler" nur wohlwollende Kommentare kämen oder waere es einfach nur eine Anomalie in der Datensammlung. Ist die angebliche Präferenz von Antiabtreibungbüchern Ausdruck einer Meinung, oder nur der Tatsache geschuldet, das Abtreibungsgegner mehr Bücher kaufen, als jene Frauen, die in die Situation kommen, abtreiben zu müssen? Was für eine Aussage und Relevanz haben die Antworten einer Suchmaschine?
Menschen bilden sich ihre Meinung auch auf Basis von Dingen, die sie von anderen Menschen hören, die sie wahrnehmen, die sie erfahren. Müsste dann die Meinungvon Google, wenn sie eine Ist, nicht eine vielfach bessere sein, als die von Menschen, denn schliesslich ist die Grundlage der Meinung sehr viel gestreuter, der Google-Algorithmus sehr viel besser informiert. Und wenn es keine Meinung ist, haben wir dann eine Meinung, wo doch die Aussage des Googlealgorithmus ungleich fundierter ist? Hat also ein Such-Algorithmus eine eigene Meinung und kann er dafür verantwortlich gemacht werden. Muss man sich seiner Meinung bewusst sein, um eine Meinung haben?
Oder um es mit Phillip K. Dick zu sagen: Träumen Algorithmen von elektronischen Schafen?
Friday, March 24. 2006
Ich glaube es ist an der Zeit, mich mal bei einer Firma zu bedanken, die viel gutes für diese Welt tut. Viele Menschen sind dank ihrer Erfindung nicht ermordet, gelyncht oder in sonstiger Art und Weise in ihrer körperlichen Integrität eingeschränkt worden. Sie kommt sogar aus Österreich und aus diesem Land kamen nicht nur gute Dinge im letzten Jahrhundert. Aber die Produkte dieser Firma helfen jeden Tag Menschen ihr geistiges Gleichgewicht zu erhalten. Auch mein Gleichgewicht verdanke ich dieser Firma ... wohin ich auch gehe, wohin ich auch fahre. Eine Menge Verwünschungen, eine Menge böser Flüche sind nicht ausgesprochen worden ... dank dieser Firma.
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Monday, March 6. 2006
... gibt es eigentlich einen Grund, warum Ihr bei Euren Hotspots die zusätzliche Prüfzahl in einem eingeben lasst, dessen Eingaben sichtbar sind? Damit dann in einer gut gefüllten b.c-Lounge auch so wirklich jeder die Eingabe sehen kann ....
Sunday, January 8. 2006
Es gibt Tage, die beginnen eigentlich in einer sehr angenehmen Art und Weise. Aufstehen, in die Küche gehen, Kaffee machen. Mit sich und der Welt ein sein und so langsam den Tag beginnen lassen. Es bestehen doch große Chancen, das dieser Tag noch ein wenig länger wird. Der Tag wird von alleine kommen, warum sollte ich ihm entgegenrennen. Ausserdem ist Sonntag.
Continue reading "Eine Art "Falling Down""
Friday, December 16. 2005
Weihnachtsstimmung, wo bist du? Ich gehe durch die Stadt und sehe nur Menschen, deren hastige - aber durch die Last der Tüten ungelenke - Bewegung den Stress nach aussen trägt, der in ihnen wohnt. Ich sitze im Café, und beobachte in der Dunkelheit die Passanten, die mit hochgezogenen Schultern durch den Abend ihren Besorgungen entgegenstreben. Ich stehe an der Strasse, und verfolge das Treiben an den Buden am Weihnachtsmarkt. Alkoholgeschwängerte Luft. Das ebenso schrille wie angetrunkene Lachen einer Gruppe von Menschen erreicht mein Ohr. Ich gehe weiter. Im Augenwinkel. Streit. Gezeter. Auseinandersetzung. Nähe zerbrochen. Zumindestens für eine Zeit. Ich gehe weiter. Nach Hause. Hier ist nicht Weihnachten. Das ist woanders. Und ich weiss auch schon wo. My own private christmas.
Tuesday, December 6. 2005
Es gibt wenig das weniger weihnachtlich ist als ein Weihnachtsmarkt morgens wenig nach Sonnenaufgang.
Friday, November 18. 2005
Klar ist es eine gute Frage, was an Google bitteschoen 400 US-Dollar für jeden Anteil wert ist. Die Antwort ist allerdings ziemlich einfach. Google weiss alles über uns. Nicht ueber den einzelnen Menschen. Ueber uns als Gruppe.
Das Internet ist ein Ozean, wir brauchen Lotsen, und wer weiss besser als der Lotse, wohin er jeden einzelnen Menschen geführt hat. Dazu kommt: Jede Suche ist das Verlangen nach einer Information. Wir möchten wissen, was es mit dem neuen BMW auf sich hat. Wir fragen Google. Wir moechten ein Rezept für Kekse. Wir fragen Google. Wir moechten Wissen, wo wir Ausmalbilder für unsere Kinder bekommen. Wir fragen Google. Wir möchten alles über die Freuden von Analsex wissen. Wir fragen Google. Wir möchten Raubkopien finden. Wir fragen Google. Wir moechten alte Freunde finden. Wir fragen Google.
Und über Millionen von Fragen jeden Tag fällt es leicht herauszufinden, nach welchen Informationen uns es gelüstet, was wir uns wünschen, was für uns interessant ist. An sich ist jede Information nutzlos, wertlos, ohne Bedeutung. Aber das grosse Bild ergibt Sinn.
Oder glaube hier jemand, das Froogle uns helfen soll, herauszufinden, wo wir etwas preiswert bekommen? Okay, die Information fällt mit ab, aber eigentlich soll es Google dabei unterstützen herauszufinden, was wir uns kaufen wollen.
Wednesday, November 16. 2005
Sechs Uhr Morgens. Die innere Uhr hat mich wieder geweckt. Erbarmungslos, gerade heute hätte ich gerne länger geschlafen. Aber irgendwas in mir will das nicht. Zum Handy greifen. Ja, ist drei Minuten nach Sechs.Wachliegen, zum Lichtschalter greifen, sich ans Licht aufgewöhnen.Aufstehen, notdürftig anziehen, Wasserkocher anschalten,Tee kochen. Nach draussen gucken, sich wieder aufs Bett legen. Tee trinken. Zum Notebook greifen. iTunes anwerfen. Musik. Der Tag kann beginnen. Mails lesen. Will ich wirklich schon aufstehen ... irgendwie nein, ja, nein ... ich stehe letztlich doch auf ... um eine weitere Tasse Tee aufzugiessen und nach kurzem Überlegen doch wieder auf meinem Bett zu sitzen. Herbst ist dann, wenn es mir schwer fällt, meine Bettdecke gegen den Tag einzutauschen. Herbst ist dann, wenn jeder Moment, jeder Blick, jede Situation eine gewisse Schwere, eine gewisse Melancholie bekommt. Wie gestern abend. Ein sich in der Elbe spiegelnder Mond. So prototypisch melancholisch, das es fast schon kitschig ist.
Monday, November 14. 2005
Manchmal erinnert mich der Tumult an den Türen eines Zuges an den Kampf von Tieren an der Wasserstelle. Um es mal klarzustellen, es geht hier nur um die Frage ob man die nächste Stunde steht oder sitzt ... also nichts wirklich existenzielles ... aber trotzdem wird hier im Rahmen menschlicher Zivilisation gekämpft, es wird sich vorbeigeschoben, reingedrängelt, Wobei man sehr genau zwischen Nahverkehr und Fernzügen unterscheiden muß. Die Drängelei vorm Intercity geht sehr zivilisiert ab, bei der U3 am Hauptbahnhof sieht das mitunter schon anders aus.
Was beiden Menschengruppen aber nicht ganz klar zu sein scheint, ist die Tatsache, das zu einer Zeit an einem Ort nur ein Körper existieren kann (die Physiker unter uns werden jetzt sagen :"Ja, das gute alte Pauli-Prinzip"). Somit ist man gezwungen den anderen Körpern auszuweichen, der Überlebenskampf an der Waggontür lässt ein Ausweichen der Einsteigenden einfach nicht zu. Zu gross würde der Selektionsdruck werden. Der Weg aus diesem Tumult ist also nicht etwa eine gerade Linie, die kürzesten Weg darstellen würde , sondern eher eine hochkomplexe Schlangenlinie, mit der sich der Austiegswillige durch die Horde der nach Einstieg begehrenden Personen durchlavieren muss.
Die Tansferleistung, das ein schneller Ausstieg auch zu einem schnelleren Einstieg führt, kann die Gruppe als ganzes nicht vollbringen. Dies wird ja auch durch das Dilbertsche Theorem vorhergesagt, das der Intelligenz einer Gruppe 100 minus 10 pro Gruppenmitglied ist, mithin also eine Gruppe mit dem Intelligenzquotienten einer frischen Packung Toastbrot die Wege blockiert.
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