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Die MachtfrageSaturday, September 24. 2005Trackbacks
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Was hat der Wahlverlierer Schröder denn bei der Kanzlerfrage auch mitzureden? Der Artikel trifft es ganz gut: http://www.welt.de/data/2005/09/24/779507.html
Die Kanzlerfrage sollte eigentlich nachrangig sein. Etwas ueber das man sich einigt, wenn man herausgefunden hat, das eine inhaltliche Zusammenarbeit möglich ist.
Das würde sowohl auf Wahlverliererin Merkel und auf Wahlverlierer Schröder auch mehr Druck ausüben, sich in der Kanzlerfrage zu einer Lösung zu bewegen, die gut für Deutschland ist. Und nein: Ein Rückzug von Schröder ist nicht das allein heilende Mittel. Es stört mich bei der CDU, das bei ihr alleine die Macht im Vordergrund steht. Nicht der Inhalt. Das hat mir dieser billige Wahlkampf gezeigt, das hat mir die Blockadehaltung im Bundesrat gezeigt, das hat mir diese merkwürdige Verhandlungstaktik gezeigt.
Den eigenen Wahlkampf dann aber nur mit z.T. grob falschen Attacken gegen "den Professor aus Heidelberg" zu fahren ist also ein inhaltlich wertvoller Wahlkampf? So langsam kommt beim Gerd die Simonis durch: "und was wird aus mir?" - siehe SpOn Artikel: "Im Machtpoker um die Kanzlerschaft will Kanzler Schröder einem Pressebericht zufolge auf die CDU-Vorsitzende Merkel zugehen. Sein Argument: Nur so lasse sich verhindern, dass beide aufs Altenteil abgeschoben werden."
Mittlerweile bin ich davon überzeugt, daß weder mit Angie noch mit Gerd eine vernünftige Regierung machbar ist - vielleicht müssen wirklich Steinbrück und wer-auch-immer aus der Union die große Koalition klar machen.
Ich denke, das es sich vielfach um die Reaktion um den veramerikanisierten phrasenhaften Wahlkampf der CDU gehandelt hat.
Das Einzige was einer vernuenftigen Regierung wirklich im Wege steht, ist diese fast manische Versessenheit, den Kopf von Schröder zu fordern.
Schröders Zeit ist abgelaufen, und in der Elefantenrunde hat er das deutlich mitgeteilt. Was macht er denn, wenn er nochmal für ein paar Monate ran darf? Bei jeder Kleinigkeit die ihm nicht passt wie anno Mussolini wieder das Parlament auflösen wollen bzw. die Vertrauensfrage stellen?
Warum sollte er den Bundestag aufloesen ? Es gibt eine linke Mehrheit im Bundestag, von denen Teile von immerhin einem Viertel der Buerger in Ostdeutschland gewaehlt worden sind. Es wird wahrscheinlich so laufen, das sich diese linke Mehrheit irgendwann doch finden wird.
Waere immerhin besser als diese macht- und symbolversessenen buergerlichen Parteien.
Ach ja: den Wahlkampf an sich fand ich auch unter aller Sau. Angefangen beim TV-Duell bis zu den platten Plakatinschriften. Noch haben wir nun mal mehr als 2 Parteien und wählen unseren Kanzler nicht direkt wie in den USA.
Der Wahlkampf war vor allen Dingen unter aller Sau, weil die CDU den Wahlkampf auf BILD-Zeitungsniveau angefangen hat. Alleine für die gebetsmühlenartige Wiederholung von "Versprochen - gebrochen" bin ich froh, das es Merkel nicht geworden ist. Oder den Spruch "Sozial ist das was arbeit schaft" was immer noch einem Gesellschaftsbild der 50er Jahre entspricht, den nur der arbeitende Buerger ist ein wertvoller Buerger.
Aber Jörg, ich bitte dich. Bist du wirklich der Meinung, dass du nicht zu den Menschen gehörst, die Herrn Schröder auf den Leim gegangen sind? Du bist doch sonst gerne so kritisch ... nur für dich: Er hat die "K-Frage" angefangen! Ob Frau Merkel die geeignetste Kanzlerin wäre spielt gar keine Rolle - die Union ist stärkste Fraktion (stellt also den/die KanzlerIn) und da hilft auch kein kleinkarriertes Gequatsche (das übriegens der Bildzeitung im August entstammt - soviel ergänzend zum Thema "Niveau"). Wirklich souverän und groß hat sich in dem Verfahren nur Joschka Fischer präsentiert. Schröder hat mit seiner Taktik aber das bestmögliche Ergebnis für die SPD erreicht. Sensationell! Ein wahrer Spieler (der jetzt glücklicherweise nicht mehr als Kanzler mit dem Volk spielen darf). Über den Wahlkampf kann es kaum zwei Meinungen geben und wie Menschen verheizt werden ist traurig.
Schöne Grüße Hayo |
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